Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege

  Gruppenfoto im Weißen Saal des Aachener Rathauses Urheberrecht: © LFG Denkmalpflege
 
 

Erhaltung: Akteure – Interessen – Utopien

Die Jahrentagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege hat vom 3. bis zum 5. Oktober 2019 erfolgreich in Aachen stattgefunden.

Inhalt

Konzepte, Forschung und Handlungsfelder im Bereich des Kulturellen Erbes umfassen die Aktivitäten zahlreicher Beteiligten. Beständig treten neue Themen, Bedingungen und Initiativen in den Blick. Neben den eingeführten nationalen und internationalen Institutionen, den Stiftungen, Vereinen und Hochschulen, engagieren sich inzwischen zahlreiche weitere Interessengruppen, die mit den unterschiedlichsten Motivationen ausgestattet sind. Zu ihnen zählen lokale zivilgesellschaftliche Formationen und internationale Organisationen ebenso wie ökonomisch oder politisch orientierte Verbünde. Die Auseinandersetzung mit dem Kulturerbe geschieht zunehmend multidisziplinär.

Diese Entwicklungen verändern Diskurse und Prozesse oder aber kollidieren in direkter Weise mit dem Bisherigen. Die Erhaltung des Baukulturerbes – ob als Einzelobjekt oder (stadt-)räumliches Ensemble – steht im Zentrum der Interessen, Motive und Utopien aller. Doch wie wird dieses vermeintlich so klare Konzept und Handlungsfeld in der neuen Pluralität der Kulturerbe-Handlenden tatsächlich verstanden? Welche Interessen und Utopien spiegeln die Auffassungen und Praktiken der Erhaltung kulturellen Erbes? Welche Schnittstellen und Konfliktpotentiale sind zu identifizieren?

Sektionen

  • Erhaltung: Monument, Einzeldenkmal
  • Erhaltung: Stadt, Ensemble, Flächendenkmal

Fragestellungen

  • Welche Interessen und Ziele, welche Motivationen und Utopien werden von den verschiedenen Beteiligten mit Blick auf die Erhaltung baulicher Kontexte vertreten.
  • Welche Auffassungen von Erhaltung sind theoretisch oder praktisch zu identifizieren.
  • Welche Überschneidungen und Synergien, aber auch grundlegende Konflikte und Oppositionen zeichnen sich diesbezüglich ab?
  • Gibt es eingeführte Erhaltungsstrategien und wo stoßen sie gegebenenfalls an ihre Grenzen?
  • Welche neuen Erwartungen oder Bedürfnisse gibt es und wie müssten neue Aushandlungsmodelle aussehen?

Im Fokus steht die Beschreibung und Analyse von Veränderungen, die erprobte praxisorientierte Aushandlungsprozesse betreffen, neue Vernetzungsstrategien bedingen oder das Verständnis dessen beeinflussen, was unter Erhaltung verstanden wird. Gefragt sind auch Beispiele für neue, vielleicht ungewöhnliche Themenfelder der Erhaltung, für Beteiligte, die auch abseits klassischer Handlungsfelder der Denkmalpflege auf den Plan treten.